„Wissen, was wir essen“ – die Pressekonferenz

Am 21.08. fand vor dem Bundeskanzleramt die Pressekonferenz des Tierschutzvolksbegehren unter Leitung von Dr. Sebastian Born Mena statt. Wir BiowirtInnen wirken bei dieser Kampagne mit und unterstützen mit Know How und unserem Netzwerk für mehr Transparenz von Herkunft & Tierwohl bei Lebensmittel in der Gastronomie und öffentlicher Küche.

Dass wir mit Betrug so generell unser Problem haben, weiss man spätestens seit unserer Presseaussendung „Schwarze Schafe in der Gastronomie und Hotellerie„. Es werden leider nach wie vor Unmengen an Nahrungsmittel in der Gastronomie konsumiert, deren Herstellung in Österreich bereits aus Tier- und Umweltgründen verboten wurde. Diese Intransparenz führt zu leicht durchführbaren Betrug – eine Kennzeichnung der Lebensmittel ist die zentrale Forderung.

Josef Zotter (Schokoladenmanufaktur), Michaela Russmann (stellv. Obfrau Die BiowirtInnen), Dr. Sebastian Bohrn Mena (Leitung Tierschutzvolksbegehren), Gerold Hubmer (Obmann Die BiowirtInnen)

Während Tierqualprodukte massenhaft importiert werden, sind gleichzeitig zigtausende österreichische Tiere jährlich lebend ins Ausland unterwegs. In Langstreckentransporten werden etwa Kälber nach Spanien und Polen, teils gar bis nach Marokko und Ägypten gekarrt. Und so sehen wir uns mit der grotesken Situation konfrontiert, dass etwa in Vorarlberg zu über 70% holländisches Kalbfleisch konsumiert wird, während über 30.000 Kälber im Ländle geboren werden. Dieses Billigfleisch zerstört die Umwelt und die heimische Landwirtschaft.

„Wenn jemand Kaiserschmarrn mit Käfig-Ei aus Aserbaidschan essen will, dann ist das seine Entscheidung“, meinte Bohrn Mena. Wer das nicht wolle und lieber zehn Cent mehr pro Portion zahlen möchte, um Tieren, der Umwelt und österreichischen Bauern zu helfen, solle auch die Möglichkeit dazu erhalten. „Wir brauchen nicht über höhere Steuern auf Nahrung diskutieren, wir brauchen nur für mehr Transparenz sorgen.“

Josef Zotter (Schokoladenmanufaktur), Dr. Sebastian Bohrn Mena (Leitung Tierschutzvolksbegehren), Gerold Hubmer (Obmann Die BiowirtInnen)

Ebenso mit dabei SchokoladenBIOnier Josef Zotter, der sich zum Kampagnenstart für die Verwendung technischer Möglichkeiten für mehr Transparenz aussprach. Verpflichtende QR-Codes könnten etwa sämtliche Daten über die Herkunft der Tiere, Hersteller sowie die komplette Produktionskette enthalten. Dies und auch eine öffentliche Datenbank für Konsumenten müsste von der Lebensmittelbehörde verwaltet werden, „damit jeder Konsument sich informieren und entscheiden kann, ob er ein Steak aus der Steiermark oder aus Brasilien will.“ Landwirte sollten zur Information für die Konsumenten auch ihre Tierhaltung öffentlich zugänglich machen.

Der Vorstand der BiowirtInnen freut sich über ein potentielles neues Mitglied names ZOTTER 🙂

Als Vertreter unser BiowirtInnen war unser Obmann Gerold Hubmer mit am Podium. „‚Bio‘ ist momentan die beste Methode, um für das Tierwohl zu sorgen, darum ist uns eine verpflichtende und kontrollierte Zertifizierung dieser Gastronomiebetriebe besonders wichtig“, betonte Gerold Hubmer, Obmann der „BioWirtInnen“. „Bei der Gastronomie gibt es eine Gesetzeslücke, die wir seit Jahren zu schließen versuchen, aber die Wirtschaftskammer wehrt sich mit Händen und Füßen dagegen“, sagt Hubmer.

Es braucht gleichermaßen Gesetzesänderungen und einen Bewusstseinswandel. Wenn Wettbewerbs- Verzerrungen am Markt die heimischen Landwirte schädigen, weil etwa Trittbrettfahrer sich fälschlicherweise BIO auf die Fahnen schreiben, wofür andere schwer arbeiten und viel investieren, oder im Ausland zum Schaden von Menschen, Tieren & Umwelt billigst produziert werden kann, dann braucht es Regulative. Wenn der Staat nicht sämtliche Instrumente ausschöpft, die er besitzt, um positive Lenkungseffekte zu entfalten, dann braucht es eben Druck von unten auf die Politik!!

Gerold Hubmer (Obmann Die BiowirtInnen) vor den Kampagnenplakaten

Mehr Transparenz ist also gut für die Tiere, gut für die Umwelt, gut für die Gesundheit und letztlich auch gut für die heimische Landwirtschaft.