Ernährungstrend: Vegan

Clint Eastwood tut es, Liv Tyler ebenfalls, Carl Lewis macht es, Leonardo Da Vinci tat es und Mike Tyson tut es auch – sie essen keine tierischen Produkte, sprich, ernähren sich vegan. Veganismus hat in den letzten Jahren einen großen Aufschwung erfahren. Vegan ist das neue Schwarz. Es ist hip, es ist trendy, es ist gesund und es besser fürs Gewissen.

Im Januar 2019 hat der WWF in unserem Mitgliedsbetrieb deli bluem seinen ersten Österreichischen Fleischratgeber präsentiert. Österreich liegt beim Konsum von Fleisch- und Wurstwaren im europäischen Spitzenfeld, aber zu viel Fleisch schadet nicht nur unserer Gesundheit, sondern auch der Umwelt. Falsche Ernährungsgewohnheiten befeuern Naturzerstörung, Klimakrise und Artensterben. Daher hat die Umweltschutzorganisation WWF Österreich eine einzigartige Orientierungshilfe für nachhaltigen Fleisch-Einkauf erarbeitet. Der WWF-Fleischratgeber zeigt auch, dass pflanzliche Alternativen, wie z.B. Seitan, (inländische) Sojaprodukte und Hülsenfrüchte, fast immer eine weitaus bessere Umwelt- und Klimabilanz als Fleisch haben. –> ein guter Grund für uns, dem veganen Ernährungstrend einen Auftritt zu verschaffen:

Vielen erscheint eine Ernährung ohne jeglicher tierischer Produkte durchwegs suspekt. Wundern tut dies jedoch nicht. Eine ausgewogene Ernährung wurde stets mit Eiern, Fleisch, Milch und Butter in Verbindung gebracht und vegane Ernährung als der pure Verzicht betrachtet. Jedoch bei intensiverer Auseinandersetzung mit dem Thema vegan, stösst man rasch auf genügend Vorteile
– Gesundheit, voller Geschmack, pure Freude und unendlich viel Abwechslung sind garantiert.

Vegan vs. Vegetarisch

Die große Gemeinsamkeit ist der Verzicht auf Fleisch und Fisch. Vegetarier, kommt auf den Typ an, konsumieren noch Milchprodukte und Eier (Typ Ovo-Lacto) oder nur Eier (Typ Lacto), Veganer verzichten auf jegliche tierische Produkte in ihrer Ernährung. Des weiteren wird auch beim Einkauf von Non-Foodprodukten (Wasch- und Reinigungsmittel, Kosmetik, Farbe, Schuhen, Kleidung…) auf das Prädikat „tierfrei“ und „ohne Tierversuche“ geachtet.

Alles Tofu?

Sich vegan zu ernähren, bedeutet mehr als nur Tofu in verschiedensten Varianten zuzubereiten. Produkte wie Seitan, Sojamilch, weitere Pflanzenmilchsorten (z.B. Mandelmilch, Hafermilch usw.) oder Sojaprodukte wie z.B. Wienerwürstl… machen den veganen Speiseplan zu einer bunten, abwechslungsreichen und gesunden Angelegenheit ohne Verzicht, ohne Askese aber mit einer extra Portion Wohlbefinden.

Vegane Stärken

Die Vorteile der veganen Ernährung sind rasch aufgezählt. Zahlreiche wissenschaftliche Studien zeigen, dass die vegane Ernährungsform arm an gesättigten Fettsäuren, dafür reich an Ballaststoffen sowie Vitaminen, Mineralien und krebsvorbeugenden Verbindungen ist. Krebs, Diabetes oder Darmerkrankungen kann vorgebeugt werden, der allgemeine Gesundheitszustand wird verbessert und ernährungsbedingte Krankheiten können verhindert werden. Pflanzliche Ernährung ist cholesterinfrei, fettärmer und nahrhafter.
Eiweiß ist ein wichtiger Nährstoff, der für den Aufbau, den Bestand und die Erneuerung von Körpergeweben benötigt wird. Eine der ersten Fragen an einen Veganer: „Wo bekommst du bloß dein Eiweiß her?“ – Mit verschiedene Getreide, Hülsenfrüchte und Gemüse wird der Proteinbedarf leicht gedeckt. Als besonders eiweißhaltig gilt unter anderem Soja, Seitan (Weizeneiweiß), schwarze Bohnen, Linsen, Kicherbsen und Quinoa.
Veganer nehmen in der Regel mehr Eisen auf, als Fleischesser. Aber auch wenn tierisches Eisen für den Körper leichter verwertbar ist, als pflanzliches, kann dieses kleine Defizit durch die Aufnahme von Vitamin C deutlich verbessert werden
Auch dem Calciumbedarf wird zu genügend nachgekommen. Große Anteile findet man im grünem Gemüse wie Brokkoli oder Grünkohl, weißen Bohnen und generellen in Obst und Gemüse. Ein weiterer Vorteil ist, dass man sich viel energiegeladener und vitaler fühlt, gutes Aussehen geht damit einher.

Veganer Schönheitsfehler

Bei Zeiten mag die Umstellung auf eine pflanzliche Ernährungsweise im sozialen Bereich als Herausforderung gesehen werden. Auswärts essen kann sich als kompliziert herausstellen (hier sei jedoch angemerkt, dass vegetarisch/vegane Restaurants boomen wie noch nie), Einladungen von Freunden oder Familie werden mit Aussagen „Was soll ich den bloss für dich kochen?“ ergänzt, der schnelle Snack für zwischendurch ist noch immer gern das Wurstsemmerl oder der Käsekornspitz, ABER vegan und vegetarisch wird immer mehr zum neuen „Normal“. Diverse Lokalführer und Internetplattformen haben das „Wo gibt´s was feines Veganes?“ zum Hauptrecherchethema (z.B. Happy Cow) erklärt.
Kritik gibt es in Sachen Vitamin B12. Vitamin B12 kommt insbesondere in tierischer Leber und Milchprodukten vor. Alternativ kann man mit B12 angereicherten Ernährungsergänzungen (z.B. angereicherte Sojamilch oder Reis-Drink) gegenwirken. Fazit ist jedoch, dass eine pflanzlicher Ernährung gesund ist, wenn sie abwechslungsreich durchgeführt wird. Es gilt auf seinen Körper zu hören und wie bei Allem auf Maß und Ziel achten!

Regional – Saisonal – Vegan

Ohne Frage ist eine regionale und saisonale Kost die Idealform. Nichts desto Trotz leben wir in einem Land, welches gerade zur Winterzeit nicht den Himmel auf Erden punkto Obst und Gemüsevielfalt widerspiegelt. Auch diverse Hülsenfrüchte sind eben nicht aus der Nähe zu beziehen. Aber was wir in der kalten Zeit trotzdem beziehen können (z.B. Chinakohl, Rotkohl, Rote Rübe, Äpfel, Quitten, Radiccio, Champignos, Schwarwurzel, Kürbis, Weißkraut, Wirsing, Chicoree´, Sellerie, Rosenkohl, Kren, Pastinaken,…) sollte auch getan werden. Selbstverständlich ist es nicht förderlich und notwendig, Lebensmittel, die auch bei uns produziert werden aus dem Ausland zu beziehen. Auf Bio-Qualität zu achten, versteht sich von selbst.

Zusammengefasst kann eine großteils pflanzliche Ernährung als durchwegs positiv bewertet werden, mit vielversprechenden Erfolgen für Innen und Außen.

Fotos by Jochen Russmann (tykefilms)